Aareon AG fördert Studierende der JGU

15. Mai 2019

Die Aareon AG ist das führende Beratungs- und Systemhaus für die europäische Immobilienbranche. Das international agierende Mainzer Unternehmen entwickelt innovative IT-Lösungen für seine Kunden und begleitet sie im digitalen Zeitalter. Ende 2018 beschloss der Vorstand, sich an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) zu engagieren: Für die nächsten drei Jahre unterstützt Aareon jeweils vier Studierende über das Deutschlandstipendium.
 

"Für junge Leute sind Unternehmen oftmals noch eine Black Box", erzählt Christian Schmahl. "Sie fragen sich zum Beispiel: Wie funktioniert das alles in einem Unternehmen? Was machen die überhaupt? Und wie finde ich mich dort zurecht? Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie gut und hilfreich es da sein kann, einmal die Gelegenheit zu bekommen, in die Arbeitswelt hineinzuschnuppern, sich die Dinge erklären zu lassen und erste Kontakte zu knüpfen. Das ist es, was wir unseren Stipendiaten bieten möchten. Wir wollen nicht einfach nur Geld geben."

Schmahl sitzt im Vorstand der Aareon AG, deren Mainzer Stammhaus in unmittelbarer Nähe der JGU liegt. "Eigentlich ist es nur ein kurzer Spaziergang von hier zur Universität. Aber ich bin mir sicher, dass uns kaum ein Studierender kennt", meint er. Das soll sich ändern.

Digitalisierung der Immobilienbranche

In der Immobilienbranche hat sich die Aareon AG längst einen Namen gemacht. "Uns gibt es seit mehr als 60 Jahren. Als IT-Unternehmen haben wir Lösungen aus der Cloud angeboten, noch bevor dieser Begriff erfunden wurde", sagt Schmahl. Aareon entwickelt Enterprise-Ressource-Planning-(ERP) Systeme, die passgenau auf die Bedürfnisse der Branche zugeschnitten sind, die zudem laufend auf den neuesten Stand gebracht und durch neue digitale Anwendungen ergänzt werden.

"Unsere typische Klientel sind Immobilienunternehmen ab rund 1.000 Wohneinheiten. Einige unserer Kunden verfügen sogar über mehr als 100.000 Wohnungen." Aareon ist an 37 Standorten in Europa vertreten. Seine Kunden in Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Norwegen, Österreich und Schweden verwalten zusammen mehr als zehn Millionen Wohneinheiten.

"Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, die Branche Schritt für Schritt zu digitalisieren." Doch dazu braucht Aareon fähige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. "Im Moment ist es eine große Herausforderung, geeignete Nachwuchskräfte zu finden. Das gilt nicht nur für Mainz, beispielsweise auch in Paris oder Göteborg stehen wir vor diesem Problem. Gerade für IT-Unternehmen ist es durch den Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte sehr schwierig, offene Stellen zu besetzen."

Da liegt es nahe, mit Hochschulen und Universitäten zu kooperieren, um fähige junge Leute auf sich aufmerksam zu machen. "Wir pflegen seit Jahren solche Kontakte, gerade hier in der Region." So übernahm Schmahl in der Vergangenheit selbst die Schirmherrschaft für den "Best Paper Award" an der EBS Universität für Wirtschaft und Recht: "Dort werden besonders praxisnahe Forschungsarbeiten ausgezeichnet." Auch an der Hochschule Mainz war er zu Gast, um Vorträge zu halten.

Guter Weg, um Studierende zu unterstützen

"Nun engagieren wir uns an der JGU. Es gab bereits früher Anfragen, ob wir projektbezogen mit Studierenden zusammenarbeiten möchten. Von unserer Seite war durchaus Interesse da, aber wir konnten nie einen für beide Partner passenden Zeitrahmen finden. Die Deutschlandstipendien sind ein guter Weg, zusammenzukommen. Für uns als Unternehmen ist dieses Format prima. Es wird uns damit sehr leicht gemacht, Studierende zu unterstützen."

2011 rief das Bundesministerium für Bildung und Forschung das Deutschlandstipendium ins Leben: Die Förderer geben pro Jahr je 1.800 Euro pro Stipendium, das Ministerium steuert noch mal dieselbe Summe bei. Die Studierenden erhalten so 300 Euro monatlich. Die Universitäten übernehmen jeweils die Sichtung passender Kandidatinnen und Kandidaten und werben für Förderer. An der JGU kamen so bisher mehr als 1.000 Studierende in den Genuss eines Stipendiums.

"Wir haben uns entschlossen, in den kommenden drei Jahren jeweils vier Stipendien zu stiften", sagt Schmahl. "Wir sehen das nicht als punktuelles Engagement, sondern wünschen uns Kontinuität." Die ersten vier Stipendiatinnen und Stipendiaten sind bereits gefunden. "Wir wählten Studierende aus unterschiedlichen Fachgebieten, zwei aus der Informatik und zwei aus der BWL, denn auch unser Unternehmen bietet auf unterschiedlichen Feldern Chancen: Wir brauchen Fachleute im kaufmännischen Bereich, im Consulting und in der Software-Entwicklung." Gerade der letzte Punkt überrasche manchen. "Viele haben nicht auf dem Schirm, in welchem Umfang wir Forschung und Entwicklung bei unserer Software betreiben: Im vorigen Jahr lag unser Budget für Neuentwicklungen bei rund 35 Millionen Euro."

Intensiver Kontakt mit Stipendiaten

Wer über das Deutschlandstipendium fördert, kann selbst entscheiden, inwieweit er den Kontakt mit den Studierenden sucht. Für Schmahl und seine Vorstandskollegin Sabine Fischer war die Sache von Anfang an klar: "Wir haben uns bereits mehrfach mit unseren Stipendiaten getroffen. Wir wollten ihnen die Möglichkeit geben, Aareon kennen zu lernen. Ein Studierender hat sich inzwischen bereits erkundigt, ob es die Möglichkeit gibt, ein Praktikum bei uns zu absolvieren."

Deutschlandstipendiatinnen und -stipendiaten sind Studierende, die sich durch besonderes Engagement auszeichnen, sei es im Studium selbst oder darüber hinaus. Das spürt auch Schmahl deutlich. "Wir haben es mit sehr offenen, interessierten jungen Leuten zu tun", erzählt er. "Das freut uns natürlich. Im Moment sind wir dabei, weiter zu wachsen. Da brauchen wir Menschen, die neugierig sind, die am Wandel Spaß haben. Mein Motto lautet: Hire for attitude, train for skills. Wenn ich Leute finde, die engagiert sind, die die richtige Einstellung mitbringen, dann ist es kein Problem, ihnen beizubringen, was sie bei uns an speziellen Fähigkeiten brauchen."

Schmahl stellt klar, dass die Stipendiatinnen und Stipendiaten keinerlei Verpflichtungen eingehen. "Aber am Ende würde ich mich trotzdem freuen, wenn der ein oder andere sagen würde: Ich habe Aareon als spannendes Unternehmen kennengelernt, und ich könnte mir vorstellen, dass ich dort gut hineinpasse."