Die Sammlungen der JGU im Überblick

Unter dem Dach der Johannes Gutenberg-Universität Mainz sind rund 30 Sammlungen zu Hause. Dr. Andreas Brandtner, Direktor der Universtätsbibliothek (UB), hat im Jahr 2012 ein "Sammlungenprojekt" dazu angestoßen. Dabei geht es zuerst darum, die einzelnen Sammlungen zu dokumentieren und zu vernetzen. Die UB wirkt hier als Koordinator. Über eine gemeinsame Webpräsenz aller Universitätssammlungen und den Austausch untereinander soll eine Sammlungen-Community entstehen. Das JGU MAGAZIN bietet in unregelmäßigen Abständen Einblicke in einige der Sammlungen auf dem Gutenberg-Campus.

 

Die Sammlung Geometrischer Modelle am Institut für Mathematik verfügt über eine Vielzahl an Objekten, die Mathematik greifbar machen. (Foto: Peter Pulkowski)SAMMLUNG GEOMETRISCHER MODELLE

Mathematik in Händen halten

Die Sammlung Geometrischer Modelle am Institut für Mathematik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) beherbergt verschiedenste Objekte, die Mathematik sicht- und greifbar machen. Mal reicht ein einfaches Stück aus gefaltetem Papier, um die abstrakte Wissenschaft in die Lebenswelt zu holen, mal ist es eine historische Gipsfigur, mal eine moderne Lasergravur oder ein Modell aus dem 3-D-Drucker.


Die Prinz Johann Georg-Sammlung des Instituts für Kunstgeschichte und Musikwissenschaft der JGU beherbergt unter anderem eine Gesichtsmaske eines Mumienkartonage-Ensembles aus dem Ägypten der Ptolemäerzeit. (Foto: Ursula Rudischer)PRINZ JOHANN GEORG-SAMMLUNG

Von der Vielfalt des Glaubens

Auf den ersten Blick ist sie ein wildes Sammelsurium: Die Prinz Johann Georg-Sammlung des Instituts für Kunstgeschichte und Musikwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) umfasst neben russischen Ikonen auch Grabbeigaben aus der Zeit der Pharaonen. Hier finden sich Stücke aus koptischen Klöstern, Zeugnisse des frühen Islam und Kunstwerke aus dem alten Byzanz. Tatsächlich lässt sich all das auf einen Nenner bringen. Dr. Birgit Heide, Direktorin des Landesmuseums Mainz, erzählt davon.


Die Vor- und frühgeschichtliche Lehrsammlung des Instituts für Altertumswissenschaften beinhaltet unter anderem Objekte der linearbandkeramischen Kultur. (Foto: Peter Pulkowski)VOR- UND FRÜHGESCHICHTLICHE LEHRSAMMLUNG

100.000 Jahre Menschheitsgeschichte

Die Vor- und frühgeschichtliche Lehrsammlung am Institut für Altertumswissenschaften der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) ist auf Besucher nicht unbedingt eingerichtet. Sie ruht in einem Keller und bietet vor allem Forschungsmaterial für Dissertationen und Anschauungstücke für Studierende. Daniel Schäfer und Sebastian Fürst sind seit Frühjahr 2015 für die Sammlung zuständig. Nach und nach katalogisieren sie die Stücke unterschiedlichster Herkunft.


Die Musikwissenschaftlichen Sammlungen der JGU umfassen vielzählige Dokumente zur Musikgeschichte der Region. (Foto: Peter Pulkowski)MUSIKWISSENSCHAFTLICHE SAMMLUNGEN

Schatzkiste voller regionaler Musikgeschichte

Die Musikwissenschaftlichen Sammlungen des Instituts für Kunstgeschichte und Musikwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) enthalten eine Fülle von Dokumenten zur Musikgeschichte der Region. Hier befindet sich nicht nur das vollständige Archiv der Mainzer Liedertafel, sondern auch der reiche Nachlass des Prälaten Adam Bernhard Gottron, der ab 1959 als Honorarprofessor an der JGU wichtige Akzente in der Forschung setzte.


Die Jahn-Bibliothek für afrikanische Literaturen zählt rund 20.000 Bände in 80 Sprachen. (Foto: Stefan F. Sämmer) JAHN-BIBLIOTHEK FÜR AFRIKANISCHE LITERATUREN

Literatur jenseits von Klischees und Schubladen

Die Jahn-Bibliothek für afrikanische Literaturen an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) beherbergt literarische Werke in rund 80 Sprachen. Neben Klassikern der verschiedenen literarischen Traditionen Afrikas umfasst die Sammlung zeitgenössische Literatur international renommierter afrikanischer Autorinnen und Autoren ebenso wie zahlreiche unbekanntere, lokal produzierte Werke. Hier finden sich Übersetzungen, Comics, Literaturverfilmungen, Hörbücher, Sekundärliteratur und vieles mehr.


Die Lehrsammlung des Zoologischen Instituts der JGU beinhaltet knapp 500 Vogelpräparate. (Foto: Peter Pulkowski)ZOOLOGISCHE LEHRSAMMLUNG

Alte Präparate für moderne Lehre

Die Zoologische Lehrsammlung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) wurde 1946 gegründet, im gleichen Jahr also, in dem die wiedergegründete Universität eröffnet wurde. Die Tausende von Präparaten finden ihren Einsatz in der Lehre vor allem beim Einüben der Bestimmung von Tierarten.


Zwischen März und September 2016 sind Exponate aus den Universitätssammlungen zu Gast in Mainzer Museen. (Foto: Peter Pulkowski) UNIVERSITÄTSSAMMLUNGEN

Ziemlich beste Freunde

Die Sammlungen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) wandern zwischen März und September 2016 durch die Museen der Landeshauptstadt. Objekte verschiedenster Art treten dabei in Dialog mit den Dauerausstellungen vor Ort, eröffnen neue Sichtweisen und bieten Raum für außergewöhnliche Assoziationen. Zu Beginn geht es ins Landesmuseum Mainz. Weitere Stationen sind das Naturhistorische Museum sowie das Dom- und Diözesanmuseum.


Historisches Schriftstück aus der Sammlung Clemens Brentano der Universitätsbibliothek Mainz (Foto: Peter Pulkowski) SAMMLUNG CLEMENS BRENTANO

Die Maus, der Dichter und der Tanz

Die Sammlung Clemens Brentano erlaubt einen intimen Einblick in das Leben und Umfeld eines großen Dichters der Romantik. Neben Hunderten von Beispielen reger Briefwechsel finden sich Gedichtentwürfe und Haushaltspläne, Schauspielskizzen und Zeichnungen. Bewahrt wird die Sammlung, die 1950 an die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) kam, in der Wissenschaftlichen Stadtbibliothek Mainz.


Pfirsichkerne der Archäobotanischen Vergleichssammlung (Foto: Thomas Hartmann) ARCHÄOBOTANISCHE VERGLEICHSSAMMLUNG

Vom Kern der Dinge

Das größte Exponat ist ein Pfirsichkern, daneben finden sich Getreidekörner, winzige Weintraubenkerne und die Samen von Wildkräutern: Auf den ersten Blick wirkt die Archäobotanische Vergleichssammlung des Arbeitsbereichs Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie am Institut für Altertumswissenschaften der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) unscheinbar. Aber wenn Dr. Margarethe König von den Geschichten und der Geschichte dahinter zu erzählen beginnt, wird es interessant.


Blick in die Altorientalistische Lehrsammlung an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Foto: Peter Pulkowski) ALTORIENTALISTISCHE LEHRSAMMLUNG

Keilschrift entziffern lernen

Die Sammlung am Arbeitsbereich Altorientalische Philologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) ist klein – aber sie enthält große Geschichte und Geschichten. Prof. Dr. Doris Prechel erzählt von der Vielfalt der Zeugnisse, die über 4.000 Jahre per Keilschrift aus dem Zweistromland überliefert ist.


Blick in die Ägyptologische Studiensammlung auf das Altarbild von Sethos I. vor Hathor, der Wein opfert (Foto: Stefan F. Sämmer) ÄGYPTOLOGISCHE STUDIENSAMMLUNG

Vom Heilwasser des Horus zum Hängebauch Echnatons

Rund 30 Exponate erzählen von mehr als 3.000 Jahren Geschichte. Sie berichten von Göttern und Pharaonen, von der Geflügelzucht, von magischem Wasser und ungewöhnlichen Modeerscheinungen. Die Ägyptologische Studiensammlung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) mag klein sein, doch sie bietet viel Stoff für Studium und Lehre, für Entdeckungen und Gespräche.


Modell des Turms zu Babel (Foto: Stefan F. Sämmer) BIBLISCH-ARCHÄOLOGISCHE SAMMLUNG

Der Turm zu Babel steht im Keller

Kaum eine Sammlung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) kann so viele außergewöhnliche Stücke aufweisen: Modelle erzählen vom Leben in biblischer Zeit, zehntausende Fotos und wertvolle Landkarten dokumentieren die jüngere Geschichte Israels und sieben Ossuare markieren einen Wendepunkt in der Bestattungskultur zur Zeit Jesu. Die Biblisch-archäologische Sammlung ist noch jung, aber sie führt weit zurück in die Geschichte.


Blick in die Sammlung Indische Bronzen (Foto: Peter Pulkowski) SAMMLUNGEN DER INDOLOGIE

Buddhas Nase und das Glück

Es ist eine kleine Sammlung, aber sie hat es in sich: Am Institut für Indologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) hat der Nachlass von Ursula Walter ein Zuhause gefunden. Indische Götterfiguren und Buddhas, allerlei Gegenstände des Alltags und feine Votivgaben für den Tempel gibt es hier zu entdecken. Ein Teil der Sammlung ist im Philosophicum zu sehen, doch vieles ruht in einem unscheinbaren grauen Metallschrank des Instituts.


Medizinhistorisches Spritzenbesteck (Foto: Dagmar Loch)MEDIZINHISTORISCHE SAMMLUNG

Mit dem Lebenswecker gegen Arthritis

In der Bibliothek des Instituts für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der Universitätsmedizin Mainz findet sich eine kleine, aber feine Sammlung verschiedenster medizinhistorischer Objekte. Prof. Dr. Norbert W. Paul kennt sich hier aus. Der Direktor des Instituts erzählt einige der Geschichten, die sich hinter den Exponaten verbergen.


(Foto: Thomas Hartmann)SAMMLUNG BOTANISCHER GARTEN

Expedition durch 470 Millionen Jahre Pflanzengeschichte

Kaum ein Ort der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) lädt so zum Ausspannen und Spazierengehen ein wie der Botanische Garten. Dabei ist er viel mehr als nur ein Naherholungsgebiet. Er ist ein Ort der Forschung und Lehre, ein Ort der Bewahrung seltener Pflanzen – und er ist die größte Sammlung, die der Campus zu bieten hat.


(Foto: Peter Pulkowski) MATHEMATISCHE SAMMLUNG

Zahlenspiele für den Nachwuchs

Die Sammlung mathematik begreifen bringt Schülerinnen und Schülern die Welt der Zahlen nahe. Spielerisch können sie den Satz des Pythagoras entdecken, Routen quer durch Deutschland planen oder auf der Kugelbahn das Wunder der Brachistochrone erleben. Dr. Ekkehard Kroll vom Institut für Mathematik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) betreut die Exponate, für die derzeit ein Raum gesucht wird.


Blick in die Osteologische Lehrsammlung (Foto: Peter Pulkowski)OSTEOLOGISCHE LEHRSAMMLUNG

Geschichte in Schädeln

In den letzten drei Jahren hat PD Dr. Holger Herlyn am Institut für Anthropologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) eine moderne Lehrsammlung aufgebaut: Schädelreplikate dokumentieren die Entwicklung des Menschen und seine Verwandtschaft zu den übrigen Primaten. In den Vitrinen der Sammlung liegen die Exponate bereit für die forschenden Hände der Studierenden.


Römisches Kleingeld war nicht selten handtellergroß. (Foto: Peter Pulkowski)MÜNZSAMMLUNG

Kleingeld war groß bei den Römern

Zwar passt die Münzsammlung des Arbeitsbereichs Alte Geschichte am Historischen Seminar der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) in einen einzigen Tresor, aber sie hält durchaus Überraschungen bereit – zumindest für den Laien. Riesiges römisches Kleingeld ruht neben einem Reigen von Kaiserdarstellungen. Alexander der Große und Kleopatra sind hier in Silber, Gold und Bronze zu bewundern.


(Foto: Stefan F. Sämmer)HERBARIUM

Die Sammlung wächst und wächst

Das Herbarium der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) ist kaum bekannt. Dabei enthält es viele teils seltene Pflanzen- und Pilzarten, von denen einige bis heute nicht ausreichend klassifiziert sind. Hier ruht eine große Sammlung rheinland-pfälzischer Pilze und Pflanzen aus dem Naturschutzgebiet Mainzer Sand neben Exotischem aus Costa Rica oder Ruanda. PD Dr. Gudrun Kadereit zeigt, was das Herbarium zu bieten hat.


Muscheln der Gattung Glycymeris aus dem Mainzer Becken, ca. 39 Millionen Jahre alt (Foto: Peter Pulkowski) GEOWISSENSCHAFTLICHE SAMMLUNGEN

Mollusken erzählen vom Klima

Mammut und Muschel, Libelle und Koralle: Die Paläontologische Sammlung des Instituts für Geowissenschaften der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) zeichnet sich durch ihre ungeheure Bandbreite aus. Was ihr fehlt, ist ein Kurator. Denn rund eine Millionen Exponate lassen sich nicht mal eben so nebenbei verwalten.


(Foto: Stefan F. Sämmer) GESANGBUCHARCHIV

4.000 Lackmusstreifen der Geschichte

Das Gesangbucharchiv der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) enthält die weltweit wohl bedeutendste Sammlung und Forschungsstelle zur christlichen Gebrauchsliteratur. In Gesangbüchern spiegelt sich Geschichte auf einzigartiger Weise. Prof. Dr. Hermann Kurzke lädt ein zu einer Reise durch die Jahrhunderte.


ARCHIV FÜR DIE MUSIK AFRIKAS

Hinab in den Keller zur Musik Afrikas

Am Institut für Ethnologie und Afrikastudien der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) lagern mehr als 10.000 Tonträger. Das Archiv für die Musik Afrikas, das AMA, beherbergt eine einzigartige Sammlung. Hier finden sich alte Schellackplatten aus Tansania, LPs aus Mali und frische CDs aus dem Senegal. Archivleiter Dr. Hauke Dorsch lädt ein zur Führung durch vielgestaltige Klangwelten.


(Foto: Peter Pulkowski) KLASSISCH-ARCHÄOLOGISCHE SAMMLUNGEN

Auf ins Actionkino der Antike

Mächtige antike Meisterwerke, fein bemalte griechische Tongefäße und vieles mehr bieten die Abguss- und die Originalsammlung des Arbeitsbereichs Klassische Archäologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). Nicht nur die Lehrenden, sondern auch die Studierenden engagieren sich hier. Gemeinsam entwickeln sie Gestaltungskonzepte und organisieren Ausstellungen.


(Foto: Nadine Dalheimer) GEOWISSENSCHAFTLICHE SAMMLUNGEN

Mineralien sterben nicht

In einem schlichten Raum mit 1960er-Jahre-Charme lagert beim Institut für Geowissenschaften die Mineralogische Sammlung. Hier funkeln in schlichten Vitrinen Rubine, Smaragde, Gold und vieles mehr. Prof. Dr. Wolfgang Hofmeister hütet diese Schätze, ergänzt sie um neue Stücke – und verbrennt auch schon mal einen Diamanten im Dienst der Wissenschaft.


(Foto: Stefan F. Sämmer)ETHNOGRAFISCHE STUDIENSAMMLUNG

Bronzekopf erzählt von afrikanischer Kultur und europäischen Plünderern

Die Ethnografische Studiensammlung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) versteckt sich in den Kellerräumen des Forum universitatis. Mehr als 3.200 Objekte erzählen dort nicht nur Geschichten fremder Kulturen, sondern geben mindestens ebensoviel preis über die Kultur des europäischen Sammelns im Laufe eines Jahrhunderts. Kustodin Dr. Anna-Maria Brandstetter gibt einen Einblick in diese Schatzkammer.