THEMENSCHWERPUNKT
GEISTES-, KULTUR- UND GESCHICHTSWISSENSCHAFTEN


Prof. Dr. Walter Bisang leitet den Forschungs- und Lehrbereich General Linguistics am Department of English and Linguistics. (Foto: Peter Pulkowski)SPRACHWISSENSCHAFT

Kritik an Chomskys Universalgrammatik

Gibt es eine Universalgrammatik, die allen Sprachen der Welt zugrunde liegt, eine feste Struktur im menschlichen Gehirn, die den Spracherwerb erst möglich macht? Dies wird heute von verschiedenen Theorierichtungen angezweifelt. Prof. Dr. Walter Bisang, Linguist und Sprachtypologe am Department of English and Linguistics der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Zugängen.


Der Medico Della Peste oder Pestdoktor ist eine imposante und bizarre Figur des venezianischen Karnevals. (Foto/©: Bernd Rückert)KULTURANTHROPOLOGIE / VOLKSKUNDE

Karneval in Venedig – Traditionsfest oder Touristenspektakel?

Seit Jahren beschäftigt sich Julia Gehres vom Institut für Film-, Theater- und empirische Kulturwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) mit dem venezianischen Karneval. Für ihre Dissertation hat sie 106 Einheimische und Touristen befragt, um herauszufinden: Wird der Karneval in der Lagunenstadt als ein in der Tradition und der Geschichte verwurzeltes Fest oder doch eher als reines Event für Touristen gesehen?


Nora Kruse (l.) und Prof. Dr. Anneli Sarhimaa (r.) vom Forschungsbereich Sprachen Nordeuropas und des Baltikums (SNEB) wirken am internationalen Digital Language Diversity Project (DLDP) mit. (Foto: Stefan F. Sämmer) DIGITAL LANGUAGE DIVERSITY PROJECT

Das Internet spricht zu wenige Sprachen

Das Internet ist reich an Daten, Fakten und Inhalten verschiedenster Art – doch es ist arm an Sprachen. Nur etwa sechs Prozent der Sprachen der Welt sind vertreten. Ein internationales Konsortium hat sich zum Digital Language Diversity Project (DLDP) zusammengeschlossen, um Regional- und Minderheitensprachen den Weg ins Netz zu bahnen. Prof. Dr. Anneli Sarhimaa und ihre Mitarbeiterin Nora Kruse vom Forschungs- und Lehrbereich Sprachen Nordeuropas und des Baltikums (SNEB) an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) wirken an diesem Projekt mit.


Im neu eingerichteten Translation & Cognition Center stehen vier Eyetracking-Geräte und ein EEG für die Forschung bereit. (Foto: Britta Hoff)TRANSLATION & COGNITION CENTER

Für mehr Verständlichkeit

Im neuen Translation & Cognition Center (TRA&CO) forschen Prof. Dr. Silvia Hansen-Schirra und ihr Team vom Fachbereich 06: Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) in viele Richtungen. Ein Projekt beschäftigt sich mit der Verständlichkeit von Behördentexten und stellte die Webseite des rheinland-pfälzischen Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie auf den Prüfstand.


Die Jahn-Bibliothek für afrikanische Literaturen zählt rund 20.000 Bände in 80 Sprachen. (Foto: Stefan F. Sämmer) JAHN-BIBLIOTHEK FÜR AFRIKANISCHE LITERATUREN

Literatur jenseits von Klischees und Schubladen

Die Jahn-Bibliothek für afrikanische Literaturen an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) beherbergt literarische Werke in rund 80 Sprachen. Neben Klassikern der verschiedenen literarischen Traditionen Afrikas umfasst die Sammlung zeitgenössische Literatur international renommierter afrikanischer Autorinnen und Autoren ebenso wie zahlreiche unbekanntere, lokal produzierte Werke. Hier finden sich Übersetzungen, Comics, Literaturverfilmungen, Hörbücher, Sekundärliteratur und vieles mehr.


Historisches Schriftstück aus der Sammlung Clemens Brentano der Universitätsbibliothek Mainz (Foto: Peter Pulkowski) SAMMLUNG CLEMENS BRENTANO

Die Maus, der Dichter und der Tanz

Die Sammlung Clemens Brentano erlaubt einen intimen Einblick in das Leben und Umfeld eines großen Dichters der Romantik. Neben Hunderten von Beispielen reger Briefwechsel finden sich Gedichtentwürfe und Haushaltspläne, Schauspielskizzen und Zeichnungen. Bewahrt wird die Sammlung, die 1950 an die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) kam, in der Wissenschaftlichen Stadtbibliothek Mainz.


Luftaufnahme der Ausgrabungsstätte des frühislamischen Kalifenpalasts Khirbat al-Minya (Foto/©: Yaniv Darvasi, The Hebrew University of Jerusalem) ALTERTUMSWISSENSCHAFTEN

Rettung für das Wüstenschloss im Grünen

Der Kalifenpalast Khirbat al-Minya ist ein wichtiges Zeugnis frühislamischer Kultur auf israelischem Boden. Seit seiner Freilegung durch deutsche Archäologen in den 1930er-Jahren verfiel die Anlage Stück für Stück. Nun hat PD Dr. Hans-Peter Kuhnen, Leitender Akademischer Direktor am Institut für Altertumswissenschaften der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), einen ersten Schritt in die Wege geleitet, diesem Verfall Einhalt zu gebieten.


Pfirsichkerne der Archäobotanischen Vergleichssammlung (Foto: Thomas Hartmann) ARCHÄOBOTANISCHE VERGLEICHSSAMMLUNG

Vom Kern der Dinge

Das größte Exponat ist ein Pfirsichkern, daneben finden sich Getreidekörner, winzige Weintraubenkerne und die Samen von Wildkräutern: Auf den ersten Blick wirkt die Archäobotanische Vergleichssammlung des Arbeitsbereichs Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie am Institut für Altertumswissenschaften der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) unscheinbar. Aber wenn Dr. Margarethe König von den Geschichten und der Geschichte dahinter zu erzählen beginnt, wird es interessant.


Blick in die Altorientalistische Lehrsammlung an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Foto: Peter Pulkowski) ALTORIENTALISTISCHE LEHRSAMMLUNG

Keilschrift entziffern lernen

Die Sammlung am Arbeitsbereich Altorientalische Philologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) ist klein – aber sie enthält große Geschichte und Geschichten. Prof. Dr. Doris Prechel erzählt von der Vielfalt der Zeugnisse, die über 4.000 Jahre per Keilschrift aus dem Zweistromland überliefert ist.


(v.l.) Jon Leefmann und Dr. Sabine Pohl von der Forschungsstelle Neuroethik / Neurophilosophie am Philosophischen Seminar der JGU (Foto: Peter Pulkowski) NEUROETHIK

Doping fürs Hirn, Fragen für Philosophen

In der Forschungsstelle Neuroethik / Neurophilosophie am Philosophischen Seminar der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) treffen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Medizin, Biologie und Soziologie mit Philosophen zusammen, um die Entwicklung der Neurowissenschaften und ihre Auswirkungen auf verschiedenste Bereiche zu untersuchen. Das sechsköpfige Team um Dr. Sabine Pohl und Jon Leefmann arbeitet an drei umfassenden Forschungsprojekten und einer weltweit einzigartigen Bibliografie.


Univ.-Prof. Dr. Michael Kißener hat im Mai 2015 nach drei Jahren Forschung das Buch 'Boehringer Ingelheim im Nationalsozialismus' vorgelegt. (Foto: Peter Pulkowski) REGIONALGESCHICHTE

Boehringer Ingelheim im Nationalsozialismus

Die Rolle der Großindustrie im Nationalsozialismus ist gut erforscht. Zahlreiche Veröffentlichungen berichten von den Verstrickungen der IG Farbenwerke oder BMW. Doch wie steht es um die mittelständischen Betriebe? Dazu ist kaum etwas bekannt. Prof. Dr. Michael Kißener vom Historischen Seminar der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) füllt diese Lücke: Nach drei Jahren Forschung hat er nun das Buch "Boehringer Ingelheim im Nationalsozialismus" vorgelegt.


Takuma Melber ist Doktorand am Historischen Seminar der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und hat das ZDF für eine TV-Produktion zum Zweiten Weltkrieg im Pazifik beraten. (Foto: Peter Pulkowski) GUTENBERG-ALUMNI

Das wirkliche Ende des Krieges

Mit der TV-Dokumentation "'Pacific War' – der Krieg geht weiter" betritt das ZDF Neuland. Erstmals beschäftigt sich eine Eigenproduktion des Senders mit einem Schauplatz des Zweiten Weltkriegs, der in Europa oft vergessen wird: dem pazifischen Raum und Japan. Takuma Melber hat das Filmteam bei seiner Arbeit beraten. Der ehemalige Student und Doktorand der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) bringt den Zuschauern dabei auch die japanische Sicht nahe, die im Westen nur selten Beachtung findet.


Baumeisterbücher 1454, 1456/1, 1456/2 und 1463 (Reichsstadt, Baumeisteramt, Amtsbücher 51, 53, 54 und 60) (Foto/©: Stadtarchiv Augsburg) HISTORISCHE KULTURWISSENSCHAFTEN

Vom Pergament ins Internet

Die Augsburger Baumeisterbücher bieten einen tiefen Einblick in die Geschichte einer bedeutenden Reichsstadt. Über rund fünf Jahrhunderte erstreckt sich diese beinahe lückenlose Chronik. Prof. Dr. Jörg Rogge vom Historischen Seminar der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) hat ein Projekt ins Leben gerufen, das es sich zur Aufgabe macht, diese herausragende historische Quelle in einer digitalen Edition zu präsentieren.


Mahmoud Hassanein hat "Das Sams" ins Arabische übersetzt. (Foto: Britta Hoff) ÜBERSETZUNG

Das Sams spricht Arabisch

Der Deutsch-Arabische Übersetzerpreis des Goethe-Instituts in der Kategorie Nachwuchsübersetzer ging im vorigen Jahr an Mahmoud Hassanein, einen Doktoranden des Germersheimer Fachbereichs Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). Im Interview erzählt er von seiner Arbeit, von der Literatur und den Kulturen.


Autor Raúl Zurita und Liliana Bizama (Foto: Max Frömling) FORSCHUNGSFÖRDERUNG

Arte es Vida – Leben ist Kunst

Mit der inneruniversitären Forschungsförderung, der Förderlinie I, unterstützt die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) verschiedenste Forschungsprojekte. Ein außergewöhnliches Vorhaben beschäftigt sich mit der chilenischen Kunstgruppe C.A.D.A., ihren Mitgliedern und den weltweiten Verknüpfungen mit anderen avantgardistischen Strömungen. Liliana Bizama vom Germersheimer Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft will alledem nachspüren.


INTERDISZIPLINÄRE FORSCHUNG

Von Unterschieden und Unterscheidungen

Menschen sind nicht einfach unterschiedlich, sie machen Unterschiede untereinander. Mal soll die Hautfarbe eine Rolle spielen, dann die Konfession, die Nation oder das Geschlecht. Die Forschergruppe "Un/doing Differences. Praktiken der Humandifferenzierung" spürt den Mechanismen nach, die hinter solchen Unterscheidungen stecken und die sie wieder verschwinden lassen. Forscherinnen und Forscher der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) arbeiten hier Hand in Hand – über die Grenzen ihrer Fächer hinweg.


(Foto: Peter Pulkowski) KUNSTHISTORIKERTAG 2015

Kunst in der Krise, Kunst im Aufwind

Es geht um den "Wert der Kunst" beim 33. Deutschen Kunsthistorikertag an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). Rund 800 Besucherinnen und Besuchern bietet sich noch bis zum 28. März 2015 ein vielgestaltiges Programm zu diesem hochaktuellen Thema. Gleich zu Beginn trumpfte die Tagung mit einer lebendigen Podiumsdiskussion auf: Prominente Akteure der Kunstszene debattierten über die Autonomie der Kunst und den Kunstmarkt, über den ökonomischen und den ideellen Wert von Kunst.


Der Dekan des Fachbereichs Philosophie und Philologie, Univ.-Prof. Dr. Stephan Jolie (l.), hat Stephan Stachorski (r.) mit der Ehrendoktorwürde für seine Verdienste um die Thomas-Mann-Forschung ausgezeichnet. (Foto: Stefan F. Sämmer) EHRENDOKTOR

Titel für den Feldwebel der Thomas-Mann-Forschung

Der Fachbereich Philosophie und Philologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) hat seinen allerersten Ehrendoktortitel vergeben. Dekan Prof. Dr. Stephan Jolie ehrte damit Stephan Stachorski, einen der Herausgeber der Großen kommentierten Frankfurter Ausgabe der Werke Thomas Manns.


Blick in die Ägyptologische Studiensammlung auf das Altarbild von Sethos I. vor Hathor, der Wein opfert (Foto: Stefan F. Sämmer) ÄGYPTOLOGISCHE STUDIENSAMMLUNG

Vom Heilwasser des Horus zum Hängebauch Echnatons

Rund 30 Exponate erzählen von mehr als 3.000 Jahren Geschichte. Sie berichten von Göttern und Pharaonen, von der Geflügelzucht, von magischem Wasser und ungewöhnlichen Modeerscheinungen. Die Ägyptologische Studiensammlung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) mag klein sein, doch sie bietet viel Stoff für Studium und Lehre, für Entdeckungen und Gespräche.


Univ.-Prof. Dr. Dagmar von Hoff (Foto: Peter Pulkowski) EUROPÄISCHES FORSCHUNGSPROJEKT

"Es muss darum gehen, Gewalt zu lesen"

Was können Literatur und Film, was können die verschiedenen Medien leisten, wenn es um die Aufdeckung von Gewaltstrukturen geht? Mit einem europäischen Netzwerk von Germanisten geht Prof. Dr. Dagmar von Hoff vom Deutschen Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) dieser Frage nach. Sie plädiert für eine internationale, interkulturelle und intermediale Öffnung der Germanistik.


(Foto: Stefan F. Sämmer) KULTURANTHROPOLOGIE / VOLKSKUNDE

25 Jahre Erinnerung an das geteilte Europa

In Berlin wurde gerade feierlich der 25. Jahrestag des Mauerfalls begangen. Mit Feststunden, Konzerten und fast 7.000 Luftballons entlang des ehemaligen Mauerverlaufs gedachten Hunderttausende der Ereignisse um den 9. November 1989. An der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) ging es am selben Wochenende etwas ruhiger zu: Die Kommission für deutsche und osteuropäische Volkskunde lud zur Tagung "25 Jahre Erinnerung an das geteilte Europa – Musealisierung, Medialisierung, Kommerzialisierung".


Blick in die Sammlung Indische Bronzen (Foto: Peter Pulkowski) SAMMLUNGEN DER INDOLOGIE

Buddhas Nase und das Glück

Es ist eine kleine Sammlung, aber sie hat es in sich: Am Institut für Indologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) hat der Nachlass von Ursula Walter ein Zuhause gefunden. Indische Götterfiguren und Buddhas, allerlei Gegenstände des Alltags und feine Votivgaben für den Tempel gibt es hier zu entdecken. Ein Teil der Sammlung ist im Philosophicum zu sehen, doch vieles ruht in einem unscheinbaren grauen Metallschrank des Instituts.


Univ.-Prof. Dr. Jan Kusber (Foto: Peter Pulkowski)UKRAINE

Die Krise und ihre Hintergründe

Spezialisten sind gefragt, wenn es um die Krise in der Ukraine geht. Denn wer in Deutschland kennt sich schon aus mit dem wichtigen Nachbarn Russlands? Prof. Dr. Jan Kusber, Leiter des Arbeitsbereichs Osteuropäische Geschichte am Historischen Seminar der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), bietet einige Puzzleteile, die das Bild vom Konflikt klarer werden lassen.


(Foto: Stefan F. Sämmer)KULTURANTHROPOLOGIE / VOLKSKUNDE

Handy-App gewährt Blick hinter den Eisernen Vorhang

Für das internationale Projekt "Iron Curtain Stories" haben 19 Studierende des Fachs Kulturanthropologie/Volkskunde der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) Erlebnisse und Erfahrungen von Zeitzeugen des Kalten Kriegs zwischen Ost und West gesammelt. Ihre Interviews und einiges mehr sind seit Kurzem auf der Website "Memory of Nations" oder per Smartphone-App verfügbar.


Univ.-Prof. Dr. Carola Lentz (Foto: Stefan F. Sämmer)ETHNOLOGIE

Mainzer Ethnologin wird zum Chief in Ghana

Es war das erste Mal, dass im nordghanaischen Nandom der Titel "maalu naa" vergeben wurde – und zwar an Prof. Dr. Carola Lentz vom Institut für Ethnologie und Afrikastudien der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). Der Titel macht sie zu einer Art Häuptling oder genauer gesagt zum "development chief" einer Region, die knapp 100 Siedlungen und 50.000 Einwohner umfasst.


3-D-Visualisierung des alten Mainzer Kaufhauses am Brand (© Institut für Geschichtliche Landeskunde)GESCHICHTLICHE LANDESKUNDE

Per Kaufhaus 2.0 zurück ins Mittelalter

Im Mainzer Stadtbild erinnert nichts mehr an das alte Mainzer Kaufhaus am Brand. Im 14. Jahrhundert wurde es errichtet, vor 200 Jahren verschwand es wieder. Dr. Elmar Rettinger vom Institut für Geschichtliche Landeskunde der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) hat es gemeinsam mit Fachleuten verschiedenster Disziplinen wieder erstehen lassen – in Wort, Bild und als 3-D-Animation.


Univ.-Prof. Dr. Mita Banerjee vom Forschungs- und Lehrbereich Amerikanistik spricht über das neue Graduiertenkolleg 'Life Sciences, Life Writing' an der JGU. (Foto: Peter Pulkowski) LIFE SCIENCES, LIFE WRITING

Grenzen überwinden, um Grenzen zu erforschen

Das neue Graduiertenkolleg "Life Sciences, Life Writing: Grenzerfahrungen menschlichen Lebens zwischen biomedizinischer Erklärung und lebensweltlicher Erfahrung" wagt den Spagat zwischen der naturwissenschaftlich-medizinischen und der geisteswissenschaftlichen Sphäre. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligte knapp zwei Millionen Euro für dieses ungewöhnliche Projekt an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU).


Univ.-Prof. Dr. Damaris Nübling (Foto: Peter Pulkowski)SPRACHWISSENSCHAFT

Die Degradierung der Bundeskanzlerin

Wer im Internet nach "das Merkel" sucht, bekommt eine ganze Flut von Ergebnissen. Auf diversen Homepages wird Angela Merkel nicht nur als unfähige Politikerin beschimpft, sie wird in jeder Hinsicht degradi­ert und verunglimpft, ob als Bundeskanzlerin, als Frau oder als Mensch. Die Sprachwissenschaftlerin Prof. Dr. Damaris Nübling vom Deutschen Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) geht diesem Phänomen auf den Grund.


(Foto: Stefan F. Sämmer)ORIENTKUNDE

Die Welt der Turkvölker in Mainzer Regalen

Kaum eine Universität besitzt solch einen Schatz: Die Bibliothek für Turkologie am Seminar für Orientkunde der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) wartet mit einer ungeheuren Vielfalt an Werken zur Sprache und Kultur der Turkvölker auf. Rund 50.000 Bände stehen bereit. Juniorprof. Dr. László Károly kennt sich hier aus. Er führt durch die Regalschluchten zu einigen außergewöhnlichen Werken.


(Foto: Peter Pulkowski)DOKTORANDENKOLLEG

So bunt kann junge Wissenschaft sein

Sie forschen über deutsch-französische Städtepartnerschaften, über "Venedig und das Labyrinthische" oder über das Werk des Romantikers Ludwig Tieck: Graduierte unterschiedlichster Fächer treffen sich im Deutsch-Französischen Doktorandenkolleg in den Geistes- und Kulturwissenschaften Mainz-Dijon. Das seit 2011 laufende Projekt hat sich bewährt und etabliert. Nun geht es für mindestens drei Jahre in die Verlängerung.


Mirko Uhlig (Foto: Peter Pulkowski)KULTURANTHROPOLOGIE

Expedition zu den Eifel-Schamanen

Seit Jahren ist Mirko Uhlig den Schamanen der Eifel auf der Spur. An die 40 von ihnen hat er interviewt. Der Kulturanthropologe nahm an ihren Ritualen teil und versuchte, ihre Geisteswelt, ihre Motive zu ergründen. Seine Erkenntnisse wird er im Rahmen der Tagung "Sinnentwürfe in prekären Lebenslagen" im September 2013 vorstellen.


Prof. Scott A. Lukas (Foto: Stefan F. Sämmer)ZIS-GASTPROFESSUR

Themenparks im Fadenkreuz der Forschung

Freizeit- und Themenparks sollen Spaß machen. Es geht um Nervenkitzel in der Achterbahn, um Show und Unterhaltung. Das genügt – oder? Der amerikanische Kulturanthropologe Scott A. Lukas hat die Parks zu seinem Spezialgebiet gemacht. Nun kam er als Gastprofessor an die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), um davon zu berichten, um zu lehren, aber vor allem, um zu lernen.


(Foto: Stefan F. Sämmer)UNIVERSITÄTSGESCHICHTE

Wie die Franzosen die Komparatistik nach Mainz brachten

Ein in Deutschland einmaliges Institut und Schätze des Mainzer Universitätsarchivs waren die beiden großen Themen bei einem Vortragsabend in der Zentralbibliothek der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). Der Forschungsverbund für Universitätsgeschichte will mit dieser und ähnlichen Veranstaltungen die Historie der Hochschule beleuchten. Die Komparatistik machte den Anfang.


PRAKTIKEN & IHRE KÖRPER

"Der Körper wird immer anders erfahren"

Rund 100 Wissenschaftler aus aller Welt kamen zum 2. Mainzer Symposium der Sozial- und Kulturwissenschaften an die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). Sie tauschten sich in 35 Vorträgen über "Praktiken & ihre Körper" aus. Dabei ging es häufig um sehr praxisnahe Themen wie Essen oder Sport, aber es standen auch hoch theoretische Vorträge auf dem Programm.


Dr. Sabine Hornung (Foto: Stefan F. Sämmer)VOR- UND FRÜHGESCHICHTE

Caesars Gallischer Krieg wird lebendig

Dr. Sabine Hornung vom Institut für Vor- und Frühgeschichte der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) sorgte im Sommer 2012 für eine Sensation: Sie präsentierte das bisher älteste römische Militärlager in Deutschland, eine riesige Anlage, die wahrscheinlich eine wichtige Rolle in Julius Caesars Gallischem Krieg spielte. Diese Meldung erregte viel Aufmerksamkeit, doch die Archäologin hat es schwer, ihr Projekt weiter zu finanzieren.


(Foto: Uwe Feuerbach)GLOBAL WESTERN

Der Cowboy auf Weltreise

Mit seinem Pionierprojekt "Global Western – Interkulturelle Transformationen des amerikanischen Genres par excellence" hat Dr. Thomas Klein vom Institut für Ethnologie und Afrikastudien der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) Neuland betreten. Denn viele Aspekte des Western sind noch unerforscht. Jetzt hat der Kulturwissenschaftler zum Abschluss des Projekts zu einer Konferenz eingeladen und einen Ausblick auf zukünftige Forschungsfelder gegeben.


Römisches Kleingeld war nicht selten handtellergroß. (Foto: Peter Pulkowski)MÜNZSAMMLUNG

Kleingeld war groß bei den Römern

Zwar passt die Münzsammlung des Arbeitsbereichs Alte Geschichte am Historischen Seminar der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) in einen einzigen Tresor, aber sie hält durchaus Überraschungen bereit – zumindest für den Laien. Riesiges römisches Kleingeld ruht neben einem Reigen von Kaiserdarstellungen. Alexander der Große und Kleopatra sind hier in Silber, Gold und Bronze zu bewundern.


Ghanaischer Polizist (Foto: Carola Lentz)AFRIKASTUDIEN

Das böse Märchen von der Korruption

Jan Beek und Mirco Göpfert reisten nach Ghana und Niger, um die dortige Polizeiarbeit zu untersuchen. Mit ihrem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt "Boundary Work: Police in West Africa" räumen sie mit einer ganzen Reihe von Vorurteilen auf und eröffnen zugleich einen neuen Blick auf Polizeiarbeit in Deutschland.


(Foto: Stefan F. Sämmer) GESANGBUCHARCHIV

4.000 Lackmusstreifen der Geschichte

Das Gesangbucharchiv der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) enthält die weltweit wohl bedeutendste Sammlung und Forschungsstelle zur christlichen Gebrauchsliteratur. In Gesangbüchern spiegelt sich Geschichte auf einzigartiger Weise. Prof. Dr. Hermann Kurzke lädt ein zu einer Reise durch die Jahrhunderte.


(v.l.) Markus Wild und Mathias Probst (Foto: Stefan F. Sämmer)AUSSTELLUNG

Rheinhessische Steinzeit frisch serviert

Vielleicht zog der Mensch bereits vor 800.000 Jahren durch Rheinhessen. Hinweise gibt es, bewiesen ist es allerdings nicht. Auf jeden Fall aber jagte der Neandertaler hier den Wisent und der Homo sapiens schuf rätselhafte Frauenfiguren. Im Museum Alzey zeigen zwei Absolventen des Instituts für Vor- und Frühgeschichte der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) eine Ausstellung über "Pioniere – Jäger – Künstler. Die ältere Steinzeit in Rheinhessen".


ARCHIV FÜR DIE MUSIK AFRIKAS

Hinab in den Keller zur Musik Afrikas

Am Institut für Ethnologie und Afrikastudien der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) lagern mehr als 10.000 Tonträger. Das Archiv für die Musik Afrikas, das AMA, beherbergt eine einzigartige Sammlung. Hier finden sich alte Schellackplatten aus Tansania, LPs aus Mali und frische CDs aus dem Senegal. Archivleiter Dr. Hauke Dorsch lädt ein zur Führung durch vielgestaltige Klangwelten.


US-PRÄSIDENTSCHAFTSWAHLKAMPF

Deutschland würde mehrheitlich Obama wählen

Genau eine Woche vor der finalen Entscheidung im US-amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf wurden im größten Hörsaal auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) die Chancen für Barack Obama und seinen republikanischen Gegenkandidaten Mitt Romney diskutiert. Deutschland votiert scheinbar eindeutig für Obama, aber wie sehen es die Amerikaner?


HISTORIKERTAG

Von Ressourcen, Konflikten und dem Blick auf Europa

3.500 Teilnehmer, 400 Referenten, 99 engagierte Helfer vor Ort und zwei Jahre intensive Vorbereitungszeit: Der 49. Deutsche Historikertag an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) wurde zum Großereignis. Vier Tage lang ging es bei einem der größten geisteswissenschaftlichen Kongresse Europas um "Ressourcen – Konflikte" und um einiges mehr.


(Foto: Uwe Feuerbach)IMAGINES III

Mythen erobern die Moderne

Dr. Irene Berti ist sich sicher: "Die Echos der antiken Welt finden sich überall, denn die moderne Kultur klaut viel. Die Vergangenheit ist aktuell." Genau dies machten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungsverbunds IMAGINES zum Thema: Bei der Konferenz "Magic and the Supernatural from the Ancient World" an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) ging es um Zauberinnen und Zombies, um Fabelwesen und um eine Superheldin.


(Abbildung/©: Geographisches Institut der JGU)MIGRATIONSSTUDIE

Kein Graben zwischen Ausländern und Deutschen

Die Unterscheidung zwischen Ausländern und Migranten einerseits und Deutschen andererseits ist nicht mehr zeitgemäß. Das ergibt eine Zwischenbilanz der "Migrationsstudie Mainz" des Geographischen Instituts und des Zentrums für Interkulturelle Studien (ZIS) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), an der Hunderte von Studierenden mitarbeiteten.


(Foto: Carola Lentz)BURKINA FASO UND GHANA

Archivierte Siedlungsgeschichte

Ethnologen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und der Goethe-Universität Frankfurt haben in Burkina Faso und Ghana die Siedlungsgeschichte von mehr als 200 Dörfern, die zuvor lediglich mündlich tradiert worden war, umfassend erhoben. Die Ergebnisse haben die Wissenschaftler nun an das Nationalarchiv von Burkina Faso übergeben. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zur dauerhaften Bewahrung kulturellen Erbes.


(Foto: Stefan F. Sämmer) FUSSBALL UND FANS

Mainz 05 kürt sich zum Karnevalsverein

Wie manifestiert sich regionale Identität in einer zunehmend globalisierten Welt? Dieser Frage ging Kulturanthropologin Dr. Christina Niem in ihrer Antrittsvorlesung an der JGU nach. Unter dem Titel "Repräsentation von Region oder Wettstreit regionaler Identitäten? Zwei rheinland-pfälzische Bundesligavereine im Vergleich" widmete sie sich dem 1. FSV Mainz, dem 1. FC Kaiserslautern und ihren Fanclubs. 


(Foto: Peter Pulkowski) KLASSISCH-ARCHÄOLOGISCHE SAMMLUNGEN

Auf ins Actionkino der Antike

Mächtige antike Meisterwerke, fein bemalte griechische Tongefäße und vieles mehr bieten die Abguss- und die Originalsammlung des Arbeitsbereichs Klassische Archäologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). Nicht nur die Lehrenden, sondern auch die Studierenden engagieren sich hier. Gemeinsam entwickeln sie Gestaltungskonzepte und organisieren Ausstellungen.


(Foto: Andreas Linsenmann)HANDBUCH

Das Land der großen Unterschiede

Das erste Handbuch zur Geschichte von Rheinland-Pfalz ist da. Bisher gab es so ein Werk noch nicht, 40 Autorinnen und Autoren eroberten hier Neuland. Mitherausgeber Prof. Dr. Michael Kißener, Professor für Zeitgeschichte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), und Dr. Pia Nordblom, Koordinatorin der Handbuch-Arbeitsstelle an der JGU, erzählen von den Herausforderungen des Mammutprojekts.


(Foto: Peter Pulkowski)DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR AMERIKANISTIK

Siri Hustvedt mag keine Grenzen

Sie las aus ihren Büchern, diskutierte unermüdlich und debattierte zum Finale mit Fachleuten verschiedenster Disziplinen: Die US-amerikanische Schriftstellerin Siri Hustvedt war der Star der 59. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Amerikastudien (DGfA) an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). Doch sie war nicht die einzige, die den mehr als 300 Gästen aus aller Welt etwas zu sagen hatte. 76 Referenten präsentierten Beiträge rund um das Thema "American Lives".


(Foto: Stefan F. Sämmer)ETHNOGRAFISCHE STUDIENSAMMLUNG

Bronzekopf erzählt von afrikanischer Kultur und europäischen Plünderern

Die Ethnografische Studiensammlung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) versteckt sich in den Kellerräumen des Forum universitatis. Mehr als 3.200 Objekte erzählen dort nicht nur Geschichten fremder Kulturen, sondern geben mindestens ebensoviel preis über die Kultur des europäischen Sammelns im Laufe eines Jahrhunderts. Kustodin Dr. Anna-Maria Brandstetter gibt einen Einblick in diese Schatzkammer.


(Foto: Stefan F. Sämmer)LITERATUR

Über den 11. September schreiben

Mit "Ground Zero Fiction: History, Memory, and Representation in the American 9/11 Novel" hat die Amerikanistin Birgit Däwes ein 500-Seiten-Werk über die amerikanischen Romane zum 11. September vorgelegt. Dafür bekam die Juniorprofessorin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) den American Studies Network Book Prize 2012.


(Foto: privat)NIGERIA

Vom Krieg in Biafra zum Konflikt im Niger-Delta

Prof. Edlyne Anugwom arbeitet am Institut für Ethnologie und Afrikastudien der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) an dem Projekt "From Biafra to the Niger Delta Conflict: Memory, Ethnicity, and the State in Nigeria". Im Gespräch berichtet er von seinem Land, das nicht nur unter dem aktuellen Konflikt leidet, sondern auch unter der verleugneten Vergangenheit.


(Foto: Peter Pulkowski)INDIGENITÄTSFORSCHUNG

Winnetou auf dem Prüfstand

Im Fokus der Forschung von Prof. Dr. Mita Banerjee stehen indigene Völker. Sie untersucht, wie Maori, Inuit, Aborigines oder Indianer in der heutigen Gesellschaft leben. Die Amerikanistin hinterfragt dabei Klischees und verbindet in ihren Projekten unterschiedliche wissenschaftliche Disziplinen.


(Foto: Stefan F. Sämmer)GENIZA-PROJEKT WEISENAU

Ein Schatz klärt auf über den jüdischen Alltag im 18. Jahrhundert

Die Geniza der alten Weisenauer Synagoge bietet einen tiefen Einblick in die jüdische Kultur und den Alltag der Gemeinde. Seit zweieinhalb Jahren durchforscht Prof. Dr. Andreas Lehnardt von der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) die Hinterlassenschaften aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Er bringt einzigartige Funde ans Tageslicht.


(Foto: Stefan F. Sämmer)HISTORISCHE SPRACHWISSENSCHAFT

Landschaften aus Namen

Als Professorin für Historische Sprachwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) interessiert sich Damaris Nübling für die Entwicklung der deutschen Sprache von ihren ersten Belegen, dem Althochdeutschen um 800, bis hin zur heutigen Gegenwartssprache. Dass die Historische Sprachwissenschaft keine langweilige, staubtrockene Disziplin ist, zeigen ihre aktuellen Projekte. Momentan beschäftigt sie sich mit der Erforschung von Familiennamen.