3-D-Visualisierung des mittelalterlichen Mainzer Kaufhauses am Brand

27. Februar 2012

Das Einkaufszentrum am Brand ist ein traditionsreicher Ort der Mainzer Stadt- und Wirtschaftsgeschichte. Bereits im 14. Jahrhundert hat dort ein Kaufhaus existiert.

Doch wie sah das mittelalterliche Kaufhaus aus? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e.V. (IGL) und  vom Institut für Mediengestaltung (IMG) der Fachhochschule Mainz seit Jahren. Durch Kooperationen mit anderen Mainzer Forschungseinrichtungen entsand ein interdisziplinäres Team, dem es gelungen ist, die Gestalt des mittelalterlichen Kaufhauses zu rekonstruieren.

Historische Mainzer Stadtansicht von Mainz-Kastel aus betrachtet; Holzschnitt von Franz Behem, 1565 (Abb.: Stadtarchiv Mainz) Franz Ludwig Reichsgraf von Kesselstatt, Mainzer Domkapitular und Maler, malte das Kaufhaus in der Zeit kurz vor seinem Abriss und dokumentierte so wichtige Details, die bei der Visualisierung halfen. (Abb.: Stadtarchiv Mainz) 3-D-Rekonstruktion des Mainzer Kaufhauses am Brand: Version 1.0 (Abb.: IMG) Das wire frame model (geometrisches Drahtgittermodell) des Kaufhauses ist ein unabdingbarer Schritt in der Entstehungsphase der realitätsnahen Rekonstruktion. (Abb.: IMG) Auf den Zinnen des Kaufhauses thronte in der Mitte eine Relieffigur des Stadtheiligen St. Martin, umringt von den 7 Kurfürsten. (Abb.: IMG) Der noch erhaltene Mascopsche Plan, der zur Steuererhebung diente und daher jedes einzelne Haus der Stadt ... (Abb.: IMG) ... mit einer Nummer verzeichnete, lässt eine genaue Verortung des Kaufhauses zu. (Abb.: IMG) Visualisierung der Madonnenfigur, die einst das Eingangsportal des Kaufhauses beschützte: Sie musste hochauflösend eingescannt und dann in mehreren Arbeitsschritten 'wiederbelebt' werden. (Abb.: IMG) Die Rekonstruktion des nicht überlieferten Jesuskopfes sowie der Farben der Kleider basieren auf Vergleichen mit ähnlichen Figuren aus dem Mittelalter und eingehenden Diskussionen zwischen Mediendesignern, Historikern und Kunsthistorikern. (Abb.: IMG) Der gotische Innenraum des Kaufhauses bot viel Platz für Warenlagerung, Tausch und Handel; er soll noch weiter rekonstruiert und womöglich mit mittelalterlichen Verkaufsständen gefüllt werden. (Abb.: IMG) Dort, wo die Mainzer heute Kleidung und Elektrogeräte kaufen können, stand das alte Kaufhaus. (Abb.: IMG)