Unterstützung auf allen Ebenen

29. Februar 2016

In diesem Jahr feiert der Freundeskreis Ägyptologie seinen 15. Geburtstag. Der Verein unterstützt den Arbeitsbereich Ägyptologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). Darüber hinaus bietet er ein Forum für all jene, die sich für Ägyptologie interessieren. Marianne Arnold hat den Freundeskreis gegründet, der mittlerweile rund 150 Mitglieder zählt.
 

Vorsichtig hebt Marianne Arnold eine dunkle Statuette aus der Vitrine. Die Figur zeigt den ägyptischen Priester Tai-tai. Das rund 1.600 Jahre alte Original steht in Berlin, die Figur hier ist ein hochwertiges Replikat mit vielen Details. Tai-tai trägt eine Instrumententasche und ein Pantherfell. Eine Inschrift preist ihn als Fürst und Freund des Königs. "Schön, nicht wahr?", fragt Arnold. "Daran erfreuen wir uns."

Arnold steht im Flur des Arbeitsbereichs Ägyptologie am Institut für Altertumswissenschaften der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Ihr Besuch hat einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des kleinen Fachs auf den Flur gelockt. Man kennt und schätzt sich, das ist zu spüren.

Ägyptologische Studiensammlung

Im Jahr 2001 kam Arnold auf die Idee, den Freundeskreis Ägyptologie zu gründen, um einerseits den Arbeitsbereich Ägyptologie an der Universität zu unterstützen und andererseits mehr Öffentlichkeit für das Fach herzustellen. Die kleine Ägyptologische Studiensammlung mit ihren rund 30 Replikaten ist ein augenfälliges Zeugnis der regen Arbeit des Freundeskreises. Ulrike Jungnickel, ein Mitglied des Freundeskreises, fördert den steten Ausbau der Sammlung, die in Abstimmung mit Prof. Dr. Ursula Verhoeven-van Elsbergen vom Arbeitsbereich Ägyptologie der JGU Stück für Stück erweitert wird.

"Die Exponate finden häufig Einsatz in Lehrveranstaltungen", erzählt Arnold. "Seit nunmehr 15 Jahren unterstützen wir somit Lehre und auch Forschung im Arbeitsbereich Ägyptologie." Eine Gruppe von 15 Wissenschaftlern, Studierenden, aber auch Laien fand sich im Februar 2001 auf Arnolds Initiative hin zusammen. Der Mainzer Ägyptologe Prof. Dr. Rolf Gundlach unterstützte damals die Gründung. "Er sagte mir: 'Seien Sie nicht ungeduldig, der Verein wird langsam, aber stetig wachsen'", erinnert sich Arnold. "Er hatte recht. Heute zählen wir 150 Mitglieder. Es dürfen aber ruhig noch mehr werden. Weitere Unterstützung ist uns immer herzlich willkommen."

Arnold selbst hat Ägyptologie an der JGU studiert, allerdings nicht auf dem damals klassischen Bildungsweg. "In den 1960er-Jahren ging ich zum fliegenden Personal der Lufthansa. Das galt damals als echter Traumberuf. Später war ich 30 Jahre lang in der Öffentlichkeitsarbeit für die Fluglinie tätig." Eine ihrer Reisen führte sie nach Ägypten. Dort stand sie vor monumentalen Bauwerken. "Ich habe mich gefragt, was das für eine Gesellschaft gewesen sein mag, die so etwas schon vor Tausenden von Jahren geschaffen hat?"

Akademische Geburtstagsfeier

Die Antwort fand sie im Studium der Ägyptologie an der JGU. "Danach überlegte ich mir, dass ich etwas zurückgeben möchte, auch aus Dankbarkeit dafür, dass ich noch mal studieren durfte." So entstand der Verein, den Arnold bis heute als Vorsitzende leitet.

Bei der akademischen Feier zum 15. Geburtstag erwähnte JGU-Vizepräsidentin Prof. Dr. Mechthild Dreyer, dass der Freundeskreis zu den ältesten Vereinen an der Universität gehört. "Das hat mich schon verwundert, mit gerade mal anderthalb Jahrzehnten", meint Arnold. "Es hat mich auch überrascht zu erfahren, dass nur wenige Fächer an der Universität über einen so aktiven Förderverein verfügen. Das Lob hat mich natürlich gefreut."

Tatsächlich sind die Aktivitäten des Vereins vielfältig. "Aus unseren Mitgliederbeiträgen ermöglichen wir eine Reihe von Anschaffungen für die Fachbibliothek", erzählt Arnold. "Das erscheint uns sinnvoll und nachhaltig." Zudem unterstützt der Verein Grabungsarbeiten.

Tutanchamuns Totenmaske

"Regelmäßig fördern wir Exkursionen der Studierenden zu bedeutenden Sammlungen im europäischen Raum und wir helfen, damit sie an ägyptologischen Konferenzen teilnehmen können." Arnold betont, wie wichtig ihr der Kontakt zu den jungen Leuten ist.

Ein Kernstück der Vereinsarbeit ist die Organisation von öffentlichen Vorträgen. "In 15 Jahren haben wir 60 Vorträge angeboten. Mittlerweile haben wir uns einen Namen gemacht und prominente Ägyptologen kommen gern zu uns, um über die verschiedensten Themen zu sprechen. Da haben uns auch die nationalen und internationalen Kontakte von Prof. Dr. Ursula Verhoeven-van Elsbergen sehr geholfen."

Seit dem letzten Jahr steht Marianne Arnold auch in engem Kontakt mit dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum Mainz (RGZM). "Wir haben die Restauratoren Christian Eckmann und Katja Broschat-Eckmann kennengelernt." Ihnen wurde die goldene Totenmaske des Pharaos Tutanchamun zur Restaurierung anvertraut. "Wir konnten die beiden dafür gewinnen, dass sie uns am 19. Juli 2016 in einem Vortrag über ihre Arbeit berichten."

Öffentlichkeitsarbeit mit Leidenschaft

Arnold hält kurz inne und schaut auf: "Das wird sehr interessant. Merken Sie sich den Termin am besten schon mal vor." Hier kommt eine Eigenschaft zum Vorschein, die im Gespräch immer wieder aufblitzt: Arnold macht Öffentlichkeitsarbeit aus Leidenschaft – schon damals bei der Lufthansa und in Sachen Ägyptologie erst recht. "Im Grunde bin ich bei meinem Leisten geblieben", meint sie lächelnd.

"Zu unseren Veranstaltungen kommen jedes Mal um die 150 Zuhörerinnen und Zuhörer. Da treffen Sie Wissenschaftler, Studierende und Leute, die einfach neugierig auf das Thema sind. Am 19. Juli haben wir bestimmt wieder ein volles Haus. Kommen Sie doch gern auch."