Gesellschaftliches Engagement lohnt sich

22. Juli 2016

Seit 2015 engagiert sich der weltweit agierende Biotechnologiekonzern Amgen auch an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). Mit fünf Deutschlandstipendien fördert die Amgen GmbH Deutschland vielversprechende Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler. Dieses Engagement ist fest eingebunden in die umfassenden gesellschaftlichen Aktivitäten des Unternehmens.
 

Das Mosaik mit seinen kräftigen Farben zieht den Blick auf sich. Mehrere Paneele fügen sich zur Skyline Münchens vor rötlich-gelbem Himmel. Ein jedes Bildelement lässt sich drehen – und dann erscheint auf der anderen Seite Barcelonas in Blautöne getauchte Silhouette: Sonnenuntergang in Barcelona, Sonnenaufgang in München.

Wer in Dr. Roland Wandelers Büro kommt, darf ruhig Hand anlegen, um dieses doppelseitige Kunstwerk zu erkunden. "Das ist wirklich so gedacht", bekräftigt der Geschäftsführer der Amgen GmbH Deutschland und schaut hinüber zu dem Bild, das ein wenig auch seinen Werdegang spiegelt.

Menschen und Medikamente

Rund zweieinhalb Jahre arbeitete Wandeler als General Manager für das Biotech-Unternehmen in der katalanischen Metropole, Anfang 2015 kam er zurück in die bayerische Landeshauptstadt. "München ist meine Wahlheimat", bekennt der gebürtige Schweizer. "Aber meine Jahre in Barcelona waren sehr spannend. Es war keine einfache Zeit: Es war die Zeit der Wirtschaftskrise. Sie wirkte sich stark auf das Gesundheitswesen aus. Viele Menschen bekamen nicht mehr die Medikamente, die sie brauchten. Es war eine Herausforderung."

Dies ist genau der Blickwinkel, der sich durch das gesamte Gespräch mit Wandeler zieht: Einerseits ist er einer der führenden Köpfe des weltweit größten unabhängig agierenden Biotechnologiekonzerns Amgen mit seinen insgesamt 18.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 75 Ländern und beschäftigt sich mit Marktstrategien und Aktienkursen. Andererseits verliert er nie den Menschen aus dem Blick.

Für ihn ist das kein Widerspruch – im Gegenteil: Beides ist fest verankert in der Unternehmensethik des Konzerns. "Wenn wir uns in unserem Handeln darauf konzentrieren, dass es den Menschen gut geht, wenn wir auf ihre Bedürfnisse hören, dann ist auch Amgen erfolgreich. Das qualitativ Bessere ist auch das ökonomisch Richtige. Diese Rechnung geht auf, seit 36 Jahren."

Deutschlandstipendien für Mainz

Amgen entwickelt Medikamente gegen verschiedenste Erkrankungen. Die Teams forschen zu Krebs, zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zu Osteoporose und vielem mehr. "Wir fragen uns immer: Können wir mit einem Medikament einen Unterschied machen? Gerade haben wir zum Beispiel ein Präparat entwickelt, das den Cholesterinspiegel senkt. Auf dem Gebiet waren wir vorher gar nicht tätig."

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) rief das Deutschlandstipendium im Jahr 2011 ins Leben – und Amgen stieg als eines der ersten Unternehmen mit ein: Die Förderer geben über drei Jahre hinweg je 1.800 Euro pro Jahr pro Stipendium, das Ministerium steuert dieselbe Summe bei. Die Studierenden erhalten so 300 Euro monatlich.

"Die Deutschlandstipendien runden unser gesellschaftliches Engagement ab", sagt Wandeler. "Wir sehen die Förderung der nächsten Generationen ganz allgemein zum Teil auch als unsere Aufgabe. Wir suchen Menschen, die etwas bewegen wollen, und wir wollen diese Menschen zusammenbringen."

Im Jahr 2015 übernahm Amgen fünf Deutschlandstipendien an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). "Für uns ist diese große Universität mit ihrer Universitätsmedizin ein wichtiger Standort." Insgesamt zeichnet Amgen für 30 Deutschlandstipendien an fünf führenden Universitäten verantwortlich. Neben der JGU sind die Charité Berlin, die Universitäten Köln, Göttingen und Würzburg mit im Boot.

Offen für Nachwuchskräfte

"Im Mai luden wir alle 30 Stipendiatinnen und Stipendiaten zu unserem jährlichen Stipendientag nach München ein", erzählt Wandeler. "Wir boten ihnen einen Einblick in unsere Arbeit. Es gab viel Gelegenheit zum Austausch mit unseren Fachleuten. Ich war beeindruckt, wie interessiert diese Studierenden waren, auch, wie sehr sie sich außerhalb ihres Studiums gesellschaftlich engagieren."

Natürlich ist Amgen für talentierte Nachwuchskräfte offen. "Vielleicht sagen sich ja einige, die gesehen haben, wie wir arbeiten: Ja, da muss ich hin! Bei uns gibt es wenig starre Strukturen. Die Teams arbeiten sehr individuell. Wenn sie an etwas Spannendem dran sind, kann es schon mal passieren, dass unsere Leute bis spät abends sitzen und dann gleich am nächsten Morgen weiter machen. Das ähnelt sehr dem Forschen an der Universität. Es könnte also für Studierende besonders interessant sein."

Aber nicht nur darum geht es. "Wir wollen die Öffentlichkeit für die Biotechnologie und ihre Möglichkeiten interessieren." Folgerichtig sind die Deutschlandstipendien nur eine Facette des vielgestaltigen gesellschaftlichen Engagements von Amgen. Unter anderem fördert die unternehmenseigene Stiftung Amgen Foundation mit ihrem Amgen Scholars Program Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler weltweit, Amgen Teach bietet Lehrerinnen und Lehrern Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereich des forschungsorientierten Lernens und weitere Projekte wie das Gläserne Labor richten sich an Kinder oder Jugendliche: Sie sollen die Welt der Biotechnologie praxisnah entdecken.

Unabhängigkeit der Forschung

"Die Entwicklung von jungen Talenten ist ein ganz wichtiger Baustein für uns", sagt Wandeler. "Wir wollen Neugier wecken und etwas von der Faszination der Biotechnologie vermitteln."

Der Amgen-Geschäftsführer ist sich bewusst, dass gerade in Deutschland die Förderaktivitäten seitens der Wirtschaft manchmal misstrauisch beäugt werden. Immer mal wieder ist zu hören, dass hier einer unerwünschten Einflussnahme Tür und Tor geöffnet werden. "Eine gewisse Grundskepsis ist gut", sagt Wandeler dazu. "Das ist eine Herausforderung für uns. Wir müssen transparent aufzeigen, dass wir die Unabhängigkeit der Forschung respektieren."

Amgen jedenfalls wird weiter diesen Weg gehen. Gesellschaftliches Engagement und wirtschaftlicher Erfolg gehören hier untrennbar zusammen.