2. Januar 2026
Von Elektronik und Verwaltung bis Zierpflanzenbau und Wirtschaftsinformatik: Die Angebote für eine Berufsausbildung an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz decken ein breites Spektrum in ganz unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen ab. Insgesamt 13 Ausbildungsberufe und drei duale Studiengänge hat die Universität im Portfolio. Das nächste Ausbildungsjahr startet im August 2026, Bewerbungen sind ab Sommer 2026 möglich. Vorab informieren können sich motivierte Nachwuchskräfte natürlich schon jetzt.
Zum Studium an die Universität und für die berufliche Ausbildung in den Betrieb? Klingt grundsätzlich logisch, ist aber zu kurz gedacht. Denn die Wege und Möglichkeiten der beruflichen Qualifikation sind erheblich vielfältiger. Ein Beispiel gefällig? An der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) studieren nicht nur rund 30.000 junge Menschen aus aller Welt, sondern die Universität ist zugleich einer der größten Ausbildungsbetriebe in der Region. Insgesamt rund 80 Ausbildende und dual Studierende bereiten sich an der JGU auf ihr Berufsleben vor, mit rund 15 Abschlüssen pro Jahr.

"Unser Angebot deckt 14 Berufsbilder ab", so Marie Leonhard, Referatsleiterin für Personalrecruiting, Eingruppierung und Ausbildung im Bereich Personalangelegenheiten der Universität. An der JGU können Chemielaborant*innen und Elektroniker*innen in drei verschiedenen Fachrichtungen, Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste, Fachkräfte für Veranstaltungstechnik, Industriemechaniker*innen, Gärtner*innen im Zierpflanzenbau, Kaufleute für Büromanagement, Mediengestalter*innen Bild und Ton, Medizinische Fachangestellte und Verwaltungsfachangestellte eine duale Berufsausbildung absolvieren. Hinzu kommen drei duale Studiengänge für Wirtschaftsinformatik oder angewandte Informatik, Technisches Immobilienmanagement sowie Verwaltung oder Verwaltungsbetriebswirtschaft.
Berufsausbildung an einer Universität
Im August 2026 startet das neue Ausbildungsjahr an der JGU. Die Universität wirbt vielfältig für ihr Angebot, um möglichst viele junge Menschen zu erreichen. Neben der Präsenz in digitalen Kanälen wird auch Buswerbung geschaltet und die JGU ist auf Berufsmessen vertreten. "Oft klappt es über die klassische Mund-zu-Mund-Propaganda, wenn etwa jemand aus dem Freundes- und Bekanntenkreis bereits eine Ausbildung an der JGU absolviert hat und begeistert davon erzählt", berichtet Sarah Neumann, Ausbildungsleiterin im Bereich duales Studium und Verwaltung.
"Noch immer wissen leider zu wenige junge Menschen, dass man an unserer Universität auch eine Ausbildung machen kann", ergänzt Thomas Kohn-Ade, verantwortlich für Personalmarketing im Referat. "Deshalb sprechen wir beispielsweise auch die Abschlussjahrgänge an Gymnasien in der Stadt Mainz und der Region an."

Ob Werbung oder direkter Dialog – dass sich die JGU für die Berufsausbildung stark macht, gehört zu einer langfristigen Personalstrategie. Denn angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels in zahlreichen Bereichen kann eine attraktive Berufsqualifizierung helfen, künftige Mitarbeitende zu gewinnen für den Großbetrieb Universität mit mehr als 5.000 Köpfen in Verwaltung, Technik und weiteren nicht-wissenschaftlichen Bereichen.
Begeistertes Lernen in Campus-Atmosphäre
"Die duale Ausbildung an der JGU folgt denselben Prinzipien, die in allen Ausbildungsbetrieben gelten", erklärt Florian Hackethal, Ausbildungsleiter im Bereich Technik und Handwerk. Insgesamt gibt es knapp 20 praktizierende Ausbilderinnen und Ausbilder sowie zahlreiche Ausbildungsbeauftragte in der Verwaltung, die verschiedene Stationen auf dem Weg in den Beruf mitgestalten. "Pro Berufsbild haben wir mindestens eine entsprechend qualifizierte Person unter den Mitarbeitenden", so Hackethal.

Eines unterscheidet die Ausbildung an der JGU allerdings deutlich von traditionellen Lehrstellen in Betrieben: Der Gutenberg-Campus mit seinen vielen tausend Studierenden aus aller Welt bietet ein ganz besonderes Flair. "Ein solches Lernumfeld können viele andere Ausbildungsbetriebe in dieser Art nicht bieten. Das begeistert junge Menschen sehr", betont Marie Leonhard.
Damit die Auszubildenden der JGU auch Einblicke in andere Betriebe bekommen, stehen zudem Austausch und Hospitationen auf dem Programm. Die Gärtner-Azubis des Botanischen Gartens der JGU etwa absolvieren Ausbildungsabschnitte im klassischen Gartenbau, künftige Verwaltungsfachangestellte arbeiten zeitweise im kommunalen Bereich. Bei den technischen Berufen kooperiert die JGU mit dem Industrieinstitut für Lehre und Weiterbildung in Mainz und die Mediengestalter*innen Bild und Ton werden in Zusammenarbeit mit dem Bürgersender OKTV Mainz ausgebildet, wo sie praktische Erfahrungen in der Erstellung von verschiedenen TV-Formaten, Studio- und auch Live-Produktionen sammeln. Und natürlich gehört neben der Zeit im Betrieb auch der Unterricht in der Berufsschule zur dualen Ausbildung. Die JGU-Azubis besuchen dazu Berufsschulen in Mainz, Ingelheim, Oppenheim sowie Calw in Baden-Württemberg.
Gelebte Tradition mit starkem Praxisbezug
Die Tradition der Berufsausbildung an der JGU reicht zurück bis in die Mitte der 1980er-Jahre. "Der älteste Ausbildungsvertrag in unserem Archiv ist auf den 1. August 1986 datiert“, weiß Marie Leonhard zu berichten. Dauerhaft etabliert als gezieltes Programm beruflicher Bildung mit starker Praxisorientierung und enger Verknüpfung zum Arbeitsmarkt wurde die Berufsausbildung an der JGU schließlich Mitte der 1990er-Jahre.

Seither hat sich das Konzept kontinuierlich weiterentwickelt, auch im Hinblick auf die Anpassung der angebotenen Ausbildungsberufe an die Bedarfe der Universität. So wird seit August 2025 erstmals die Ausbildung zur Elektronikerin oder zum Elektroniker für Automatisierungstechnik und zur Industriemechanikerin oder zum Industriemechaniker an der JGU angeboten. Künftig könnte das Berufsbild der Anlagenmechanikerin und des Anlagenmechanikers hinzukommen. Dafür gibt es großen Bedarf, die Suche nach Fachkräften auf dem freien Markt ist schwierig. Die Ausbildungsberufe mit den meisten Auszubildenden und Abschlüssen sind nach wie vor Gärtnerin und Gärtner sowie der Verwaltungsbereich.
Text: Peter Thomas
