THEMENSCHWERPUNKT
MEDIZIN UND LEBENSWISSENSCHAFTEN


Das Rhine-Main Neuroscience Network hat sich im Juni 2016 zu seinem mittlerweile vierten Biennial Meeting getroffen. RHINE-MAIN NEUROSCIENCE NETWORK

Aufbruch in Richtung Exzellenzstrategie

Das Rhine-Main Neuroscience Network (rmn²) schaut auf fünf erfolgreiche Jahre zurück – und bereitet sich auf die kommenden fünf Jahre vor. Das Netzwerk vergrößert sich und will erfolgreich aus dem kürzlich beschlossenen Wettbewerb "Exzellenzstrategie" hervorgehen. Rund 300 Neurowissenschaftlerinnen und Neurowissenschaftler aus dem Rhein-Main-Gebiet haben sich kürzlich zu einem dreitägigen Symposium getroffen, um sich auszutauschen, Vorträge renommierter Kolleginnen und Kollegen zu hören und Pläne für die Zukunft zu schmieden.


(© Universitätsmedizin Mainz) UNIVERSITÄTSMEDIZIN MAINZ

Zentrum für seltene Krankheiten

Ende 2015 eröffnete das Zentrum für seltene Erkrankungen des Nervensystems (ZSEN) an der Universitätsmedizin Mainz. Es ist ein wichtiger Knotenpunkt in einem neu zu schaffenden Netz von Zentren, das Menschen mit seltenen Erkrankungen auffangen soll. Für die meisten dieser Erkrankungen gab es bisher nur geringe Chancen auf eine adäquate Diagnose oder auf eine Erfolg versprechende Therapie.


Univ.-Prof. Dr. Werner E. G. Müller forscht seit Jahren zu regenerativen Knochen- und Knorpelimplantaten. (Foto: Peter Pulkowski) UNIVERSITÄTSMEDIZIN

Knochen aus dem 3-D-Drucker

Für die Entwicklung von regenerativen Knochen- und Knorpelimplantaten gehen Prof. Dr. Werner E. G. Müller und sein Team am Institut für Physiologische Chemie der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) ganz neue Wege. Evolution und Biochemie haben sie auf eine vielversprechende Spur gebracht. Mit einem neuartigen 3-D-Drucker können sie ihre innovativen Implantate präzise produzieren.


(Foto: Peter Pulkowski) AMBULANZ FÜR SPIELSUCHT

Wenn der beste Freund der Computer ist

Sie verdaddeln ihr Geld an Glücksspielautomaten oder versinken am PC in fantastischen Welten, soziale Netzwerke lassen sie nicht mehr los und Online-Auktionshäuser ziehen sie magisch an: Was als harmloses Hobby beginnt, kann zur Leidenschaft werden und in einer alles bestimmenden Abhängigkeit enden. Computerspiel-, Internet- und Glücksspielsucht sind Krankheiten. In der Ambulanz für Spielsucht an der Universitätsmedizin Mainz werden sie erforscht, behandelt und im besten Fall verhindert.


(Foto: Peter Pulkowski) LIFE SCIENCES, LIFE WRITING

Narrative Medizin für Mainz

Prof. Dr. Dr. Rita Charon, die Begründerin der narrativen Medizin, sprach auf Einladung des Graduiertenkollegs "Life Sciences, Life Writing" an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) über ihre Arbeit. Die praktizierende Internistin begann in den 1990er-Jahren, Englisch zu studieren, weil sie ahnte, welch zentrale Rolle die Geschichten spielen, die ihre Patienten zu erzählen haben. Aus diesem Grundgedanken entwickelte sie am Columbia University College of Physicians and Surgeons ihre "Narrative Medicine".


DEUTSCHES KINDERKREBSREGISTER

Mit Daten gegen die Krankheit

Seit 35 Jahren gibt es das Deutsche Kinderkrebsregister am Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI) der Universitätsmedizin Mainz. Es ist die weltweit größte Datensammlung dieser Art und damit Grundlage für wichtige Forschungsprojekte. PD Dr. Peter Kaatsch war von Beginn an mit dabei. Er schaut mit seinem Führungsteam auf die Geschichte des Registers und wagt einen Blick in die Zukunft.


(Foto: Peter Pulkowski) UNIVERSITÄTSAPOTHEKE

Wegweiser durch das Labyrinth der Pillen

Chronisch Kranke müssen oft mehrere Tabletten am Tag einnehmen. Gerade für ältere Menschen ist es da schwer, die Übersicht zu behalten. Ein elektronischer Medikationsplan kann hier unterstützend helfen. Die Fäden für dieses Modellprojekt im Rahmen des bundesweiten Aktionsplans zur Verbesserung der Arzneimittelsicherheit laufen in der Apotheke der Universitätsmedizin Mainz zusammen.


IMB International Summer School 2015 INSTITUT FÜR MOLEKULARE BIOLOGIE

Sommerferien mit Spitzenforschern

Mit seiner "International Summer School" bietet das Mainzer Institut für Molekulare Biologie (IMB) ein außergewöhnliches Programm für Studierende aus aller Welt: Alljährlich wählt es aus Hunderten von Bewerberinnen und Bewerbern eine kleine Gruppe aus, die neben Vorlesungen für sechs Wochen direkt in aktuelle Forschungsprojekte eingebunden wird. Die Universitätsmedizin Mainz und der Fachbereich Biologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) beteiligen sich an diesem Projekt, das dazu beiträgt, den Wissenschaftsstandort Mainz international bekannter zu machen.


Dr. Georg Gasteiger (Foto: Stefan F. Sämmer) UNIVERSITÄTSMEDIZIN

Eine Revolution auf dem Feld der Immunabwehr

Es geht um einen neu entdeckten Zelltyp, der ein neues Forschungsfeld öffnet: Die ILCs oder "innate lymphoid cells" sind zentraler Baustein des angeborenen menschlichen Immunsystems, dessen genaue Funktion noch viele Fragen aufwirft. Dr. Georg Gasteiger und sein Team begeben sich am Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Universitätsmedizin Mainz auf die Suche nach Antworten.


(Foto: Peter Pulkowski) LEHRERGESUNDHEIT

Weg vom Zerrbild, hin zur Realität

Das junge Institut für Lehrergesundheit (IfL) an der Universitätsmedizin Mainz hat in der kurzen Zeit seines Bestehens bereits Standards gesetzt, die in Deutschland ihresgleichen suchen. Kein anderes Bundesland verfügt über eine solche universitäre Institution. Rheinland-Pfalz mauserte sich in wenigen Jahren zum Klassenprimus auf diesem Gebiet.


Prof. Dr. Krishnaraj Rajalingam (Foto: Stefan F. Sämmer) HEISENBERG-PROFESSUR

Was in den Zellen gespielt wird

Mit Prof. Dr. Krishnaraj Rajalingam hat das Forschungszentrum für Immuntherapie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) einen der führenden Zellbiologen für sich gewonnen. Der frisch gebackene Heisenberg-Professor erforscht molekulare Signalwege, die verschiedenste Prozesse in den Zellen lenken. So spürt er den Ursachen von Zellwachstum oder Zelldifferenzierung, aber auch von Tumoren oder Krebs nach und gibt Impulse für neue Therapien.


PD Dr. Detlef Becker behandelt Neurodermitispatienten an der Hautklinik der Universitätsmedizin Mainz mit einer neuartigen Blaulichttherapie. (Foto: Peter Pulkowski) NEURODERMITIS

Mit Blaulicht gegen die Entzündung

Es gibt Hoffnung für Menschen, die unter Neurodermitis leiden: PD Dr. Detlef Becker, Oberarzt an der Hautklinik der Universitätsmedizin Mainz, hat mit der Blaulichttherapie hervorragende Ergebnisse erzielt. Doch sie ist kostspielig und die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen sie nicht. Eine wissenschaftliche Studie soll belastbare Daten zur Wirkung der Methode bringen.


(v.l.) Dr. Alejandro F. Schinder und Prof. Dr. Benedikt Berninger (Foto: Peter Pulkowski)HUMBOLDT-PREISTRÄGER

Frische Nerven fürs Hirn

Dr. Alejandro F. Schinder vom Instituto Leloir in Buenos Aires hat einen Friedrich Wilhelm Bessel-Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung für seine Grundlagenforschungen erhalten, die wichtige Aufschlüsse über den Einbau neuer Nervenzellen in das erwachsene Gehirn liefern. Mit der Auszeichnung wurde eine internationale Kooperation angestoßen: Prof. Dr. Benedikt Berninger vom Forschungsszentrum Translationale Neurowissenschaften (FTN) der Universitätsmedizin Mainz wird in den nächsten Jahren eng mit seinem argentinischen Kollegen zusammenarbeiten.


Univ.-Prof. Dr. Mita Banerjee vom Forschungs- und Lehrbereich Amerikanistik spricht über das neue Graduiertenkolleg 'Life Sciences, Life Writing' an der JGU. (Foto: Peter Pulkowski) LIFE SCIENCES, LIFE WRITING

Grenzen überwinden, um Grenzen zu erforschen

Das neue Graduiertenkolleg "Life Sciences, Life Writing: Grenzerfahrungen menschlichen Lebens zwischen biomedizinischer Erklärung und lebensweltlicher Erfahrung" wagt den Spagat zwischen der naturwissenschaftlich-medizinischen und der geisteswissenschaftlichen Sphäre. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligte knapp zwei Millionen Euro für dieses ungewöhnliche Projekt an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU).


Medizinhistorisches Spritzenbesteck (Foto: Dagmar Loch)MEDIZINHISTORISCHE SAMMLUNG

Mit dem Lebenswecker gegen Arthritis

In der Bibliothek des Instituts für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der Universitätsmedizin Mainz findet sich eine kleine, aber feine Sammlung verschiedenster medizinhistorischer Objekte. Prof. Dr. Norbert W. Paul kennt sich hier aus. Der Direktor des Instituts erzählt einige der Geschichten, die sich hinter den Exponaten verbergen.


(Foto: Peter Pulkowski)MAISTEP

Mit Selbstbewusstsein gegen Essstörungen

Seit vier Jahren existiert das Projekt "MaiStep". Entwickelt wurde das Mainzer Schultraining zur Essstörungsprävention an der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie an der Universitätsmedizin Mainz. Mitinitiator Arne Bürger erzählt von den Anfängen und Grundideen eines höchst erfolgreichen Projekts.


(Foto: Peter Pulkowski)UNIVERSITÄTSAPOTHEKE

Mehr als nur Medikamente

Die Apotheke der Universitätsmedizin Mainz gehört zu den modernsten und größten ihrer Art. Von hier aus wird die Universitätsmedizin mit Arzneimitteln, Medizinprodukten und Laborbedarf versorgt. Hunderttausende von individuell zubereiteten Präparaten entstehen hier. Dienstleistung und Logistik, Forschung und Lehre finden sich unter einem Dach – einem sehr unauffälligen allerdings.


Univ.-Prof. Dr. Thomas Münzel (Foto: Peter Pulkowski)UNIVERSITÄTSMEDIZIN

Fluglärm macht die Menschen krank

Ein Kardiologe geht gegen den Fluglärm auf die Barrikaden: Prof. Dr. Thomas Münzel, Direktor der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz, kritisiert scharf den Expansionsdrang der Frankfurter Flughafens. In einer wissenschaftlichen Studie weist er nach, wie gefährlich die dröhnenden Flieger für die Gesundheit sind.


(Foto: Frank Erdnüß)SCHWÄMME

Auf den Spuren eines uralten Überlebenskünstlers

Schwämme haben viel zu erzählen: Davon konnte der Mainzer Molekularbiologe Prof. Dr. Werner E. G. Müller in den letzten Jahrzehnten die Welt überzeugen. Im Gespräch berichtet er von den lange unterschätzten Lebewesen und von ihrer Bedeutung für die Forschung, die den Menschen auf verschiedensten Gebieten weiterbringen kann.


(Foto: Thomas Hartmann)NEUBAU

Ein junges Haus für exzellente Forschung

Mit dem Institut für Molekulare Biologie ist ein neues Zentrum für Lebenswissenschaften auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) entstanden. Die Boehringer Ingelheim Stiftung unterstützt das Projekt mit 100 Millionen Euro. Das Land Rheinland-Pfalz finanziert den Bau des Gebäudes für das Institut. Dr. Bernhard Korn, Director of Scientific Core Facilities and Technology, zeigt auf einem Rundgang, was hier geschaffen wurde.


(Foto: Stefan F. Sämmer) DOPING

Dopingkontrolle ist nur ein Feigenblatt

Mit einem Nachweisverfahren für Gendoping hat Prof. Dr. Dr. Perikles Simon Aufsehen erregt: Was zuvor als unmöglich galt, ist ihm und seinen Mitarbeitern gelungen. Auf solche Forschungen stürzen sich die Medien, wenn es um Schlagzeilen geht. Im Gespräch jedoch setzt der Leiter der Abteilung Sportmedizin, Prävention und Rehabilitation an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) etwas andere Schwerpunkte.


(Foto: Stefan F. Sämmer)DIAGNOSTIK

Zirrhosen live und zellgenau messen

Detlef Schuppan und seine Mitarbeiter entwickeln eine revolutionäre Methode, die es ermöglichen wird, den Verlauf von Fibrosen und Zirrhosen zellgenau zu messen und sichtbar zu machen. Dafür bekam der Mediziner und Chemiker die höchstdotierte Forschungsförderung des Europäischen Union, den ERC Advanced Grant.